Lasergravieren Für Dummies: Leitfaden Von Anfang Bis Ende
Als stolzer Besitzer eines OMTech MF2028-60W CO₂-Lasergravierers (und zusätzlich eines 30W-Faserlasers) arbeite ich seit März 2021 mit meiner CO₂-Lasermaschine. Es gab definitiv eine steile Lernkurve – aber es war auch unglaublich spannend zu sehen, was ich alles herstellen kann.
Zum Start der Feiertagssaison wollte ich ein paar DIY-Geschenk-Accessoires machen, die meinen Geschenken eine Extraportion Liebe verleihen. In diesem einfachen, spaßigen Weihnachtsprojekt entwerfe ich ein paar Weihnachtsanhänger, die euren DIY-Geschenken mehr Charakter geben.
Es gibt so viele Möglichkeiten, diese Weihnachtsanhänger zu nutzen: als Christbaumschmuck, als Anhänger für Weihnachtssocken (Stockings) oder als Ergänzung zur Geschenkverpackung! Sie sind dafür gedacht, oben an einer Weihnachtssocke oder am Henkel einer Geschenktüte zu hängen. Du kannst sie auch an die Schleife einer Geschenkbox binden! Und wenn du möchtest, lassen sie sich sogar personalisieren. Dieses Projekt ist außerdem eine einfache Möglichkeit, Restmaterial zu verwerten und schöne, erinnerungswürdige Stücke herzustellen, die andere lieben werden.
In diesem Artikel gebe ich eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lasergravieren – mit detaillierten Hinweisen, wie du Weihnachts- und Feiertagsanhänger lasergraviert, wie man LightBurn verwendet, wie man einen Ruida-Controller nutzt und mehr! Für dieses Projekt habe ich auf meinem 60W-Lasergravierer etwa eine halbe Stunde benötigt.
Bevor du mit einem Projekt startest, stelle sicher, dass du deine Maschineneinrichtung, die Spiegeljustage und den Rampentest bereits durchgeführt hast. Es kann außerdem helfen, einige Testkarten zu fahren oder Bibliotheken herunterzuladen, wenn du einen Einstieg brauchst (alles verfügbar über die OMTech-Facebook-Gruppe).
Materialliste für die Lasergravur
Um diese Feiertagsanhänger mit deinem CO₂-Lasergravierer herzustellen, brauchst du folgende Materialien:
- 1 Platte 1/8" baltische Birke für die obere Lage
- Ich lackiere/streiche und maskiere anschließend vor dem Schneiden
- 1 Platte 5/32" Ahorn
- Diese maskiere ich ebenfalls
- Sekundenkleber
- Band / Kordel / Schnur
Natürlich kannst du auch andere Materialien für dieses Projekt wählen. Ich persönlich mag den Kontrast zwischen hellen und dunkleren Hölzern sehr, aber du kannst verwenden, was dir gefällt. Ich empfehle für die obere Lage ein dünneres Holz, damit es nicht zu klobig wirkt – am Ende ist das Geschmackssache.
Masking-Grundlagen: Holz fürs Lasergravieren richtig
abkleben
Wenn du neu in der Laser-Community bist und nicht genau weißt, was „Masking“ (Abkleben/Maskieren) bedeutet: Masking ist ein dünnes, papierbasiertes Klebeband, das du über Holz oder Acryl aufbringen kannst. Beim Schneiden und Gravieren erhältst du so schöne, saubere Designs mit minimalen Brandspuren. Viele, die eine verbesserte Air Assist haben, müssen das vielleicht nicht machen – ich finde aber, dass es die saubersten Ergebnisse liefert, weshalb ich es in meinen Projekten gerne nutze. Der Nachteil: Es kann zu einer potenziellen Brandgefahr werden (besonders bei Acryl), also beobachte deine Maschine immer und bleib in Bereitschaft.
Ich habe hauptsächlich papierbasiertes 4075-RLA-Masking verwendet – das hat bei verschiedensten Hölzern, Acryl und sogar bei einigen „lasersicheren“ Kunstledermaterialien, die ich benutzt habe, sehr gut funktioniert.
Masking kommt meist als große Rolle. Ich habe 6-Zoll- und 12-Zoll-Rollen gesehen und beide ohne Probleme genutzt. Lege einfach dein Material aus, ziehe ungefähr einen 21-Zoll-Streifen Masking ab und schneide ihn dann mit Schere oder Cuttermesser zu. Ich lasse ihn absichtlich etwas länger, damit ich bei Bedarf die Seiten überstehen lassen kann. Wenn du das Masking vorbereitet hast, legst du es einfach auf das Material (ich bevorzuge links nach rechts) und streichst es dabei sanft glatt, während du es über die gesamte Fläche drückst. Danach kannst du mit einer Karte oder einem Kunststoff-Rakel noch einmal darübergehen, damit es sauber anhaftet.
Ein weiterer großer Vorteil: Du kannst dein Holz vorher sprühlackieren, beizen oder mit dem Pinsel streichen, trocknen lassen und dann maskieren. Beim Gravieren und Schneiden bekommst du so saubere Ergebnisse und nicht lackierte bzw. „saubere“ Kanten ohne Farb-Schmiererei.
Die Basics: Lasergravieren mit LightBurn
In LightBurn gibt es ein paar Optionen. Du kannst ein Design von Grund auf mit einfachen Formen und installierten Schriftarten erstellen – oder du importierst eine Datei wie z. B. eine .SVG oder .Ai aus einem anderen Programm wie Inkscape oder Adobe Illustrator. Ich mache mein gesamtes Design in Adobe und bringe es dann für die finalen Anpassungen und den Feinschliff in LightBurn.
Die Projektbeispiele, die ich in diesem Beitrag zeige, stehen auf der OMTech-Website zum Download bereit, sodass du (wenn du möchtest) direkt mitmachen kannst.
Ein Design zum Lasergravieren importieren
Um ein Design in LightBurn zu importieren, das du aus einem anderen Programm heruntergeladen oder gespeichert hast, gehe einfach auf „File“ und klicke dann auf „Import“ – so wie es die Grafik unten zeigt.

Die Datei enthält einige grundlegende Hinweise zur Nutzung – daher hier ein kurzer Überblick, was die einzelnen Elemente bedeuten. Bitte beachte: Wenn du Lasergravur-Dateien kaufst oder Design-Dateien von anderen Creators herunterlädst, ist jede Datei anders aufgebaut. Manche enthalten Anleitungen, andere nicht.
Editable tags sind einfache, „leere“ Elemente, die ich erstellt habe, damit du deine eigenen Designs umsetzen kannst. Du kannst eigene Worte, Grafiken oder Fotos hinzufügen – ganz wie du willst.
Ready-to-go tags haben bereits grundlegende Worte zusammengeführt und sind damit praktisch bereit zum Laserschneiden. Das zeigt auch visuell, wie die Designs in Schichten übereinanderliegen.
Layer breakdowns zeigen, wie die Schichten beim Schneiden getrennt werden sollen. Beim Arbeiten versuche ich, möglichst wenig Material zu verschwenden – daher „neste“ ich die Teile so dicht wie möglich (siehe andere Fotos als Referenz).
Bitte beachte außerdem: Obwohl diese Designs als zweilagige Holz-Designs zum Ausschneiden gedacht sind, kannst du sie – wenn du möchtest – auch gravieren oder den Text nur als Kontur zur Positionierung anlegen.
Es gibt drei Möglichkeiten, wie wir die Datei(en) einrichten können. Ich erkläre es.
Eine einfache Kontur fährt nur die Umrisslinie der oberen Lage ab. Damit du dabei nicht durch das Material schneidest, müssen deine „Line“- und Leistungseinstellungen sehr niedrig sein. Ein Vorteil: Das kann dir helfen, die obere Lage exakt zu positionieren – besonders, wenn du viele Teile hast. Unten siehst du ein Beispiel, wie die Datei aussieht und wie das Ergebnis wird. Auf dunkleren Hölzern ist es schwerer zu sehen, aber du bekommst dennoch eine gute Orientierung für die Platzierung.
Wie lange dauert das Gravieren der Kontur im Vergleich zu einer echten Gravur? Das Design unten hat für Kontur + Schnitt ungefähr 37 Sekunden gebraucht, während Gravur + Schnitt etwa 4 Minuten gedauert haben.

So lasergraviert man ein Cut-Out (Ausschnitt)
Hierbei sind es einfach zwei separate Schichten aus zwei unterschiedlichen Materialien. Die Schichten müssen auf „Line“ gestellt werden, und beide müssen geschnitten werden.

So lasergraviert man eine einfache Gravur
Das ist eine einlagige „Fill“-Einstellung (also Gravur) und dann eine „Line“, die die Kontur und das Loch ausschneidet. Du fragst dich vielleicht, wie lange Lasergravieren vs. Laserschneiden dauert. Das hängt von deiner Maschine ab – bei meinem 60W-Gerät hat die Gravur ungefähr 4 Minuten gedauert, der Schnitt etwa 2 Minuten.

Zeiten im Überblick:
- Einfache Kontur + Schnitt: 37 Sekunden
- Mehrlagiges Cut-Out: 2 Minuten
- Gravur + Schnitt: 4 Minuten
Lasergravierer richtig nutzen: Material einlegen und laserschneiden
Bevor du die Maschine einschaltest, schalte zuerst dein Wasserkühlsystem ein und lass es ein bis zwei Minuten laufen. Dann schalte die Maschine ein und lass sie hochfahren.
Lege zunächst ein Material ein und nutze ausreichend starke Magnete, um es zu fixieren – so vermeidest du Verrutschen oder Verzug. Außerdem solltest du deine Fokus-Höhe prüfen und das Bett bei Bedarf auf den richtigen Abstand einstellen.
Starte mit dem 5/32"-Walnuss-Holz, und das Design ist wie in der Grafik unten verschachtelt.

Wenn dein Material eingelegt ist, gehe zurück an den Computer und klicke in LightBurn auf „Frame“. Damit wird die Position angezeigt, an der die Designs geschnitten werden. Wenn die Position nicht passt, kannst du die Elemente verschieben und dann erneut auf „Frame“ klicken.

Stelle sicher, dass du die richtigen Laserparameter passend zu deiner Maschine und dem gewünschten Look verwendest. Ich gehe dafür einfach in den Library-Bereich und wähle den Materialtyp aus, den ich benutze.
Wenn du mit der Platzierung zufrieden bist und die Layer korrekt eingestellt sind, kannst du den Job an deinen Laser senden. Ich sende den Job (statt in LightBurn auf „Start“ zu klicken), weil ich schon Probleme hatte, dass sich das USB-Kabel mitten im Job getrennt hat und der Laser dann „komisch“ geschnitten hat. Vielleicht ist das ein reines Mac-Problem – ich mache es aber als Vorsichtsmaßnahme, um Materialverschwendung zu vermeiden.
Am Ruida-Controller kannst du deine Datei auswählen und den Job starten!

Für die obere Lage gehst du genauso vor wie oben: Ich schiebe die nicht benötigten Grafiken zur Seite und platziere nur die richtigen Elemente in den Bereich, den ich schneiden will. Lege das Material ein, stelle sicher, dass die obere Lage korrekt positioniert ist, und sende den Job an die Maschine.
Die Teile zusammenbauen
Wenn du beide Schichten mit deinem CO₂-Laser geschnitten hast, ist es Zeit für die Montage. Ich hatte beide Platten vorher maskiert – daher ist der erste Schritt, das Masking abzuziehen.
Sobald das Masking bei beiden Schichten entfernt ist, verwende ich Sekundenkleber. Mit Starbond und Gorilla Gel habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich setze einfach kleine Punkte auf die äußere Lage – und wenn es zu dick aufträgt, tupfe ich es kurz auf einem Papiertuch ab, bevor ich die Teile zusammenfüge.
Dann füge ich alles zusammen, lege ein Papiertuch oben drauf und beschwere es leicht, damit alles sauber anhaftet. Ich verwende dafür eine kaputte Marmor-Schneidplatte, die ich gerade zur Hand habe.
Ich lasse das Ganze mindestens eine halbe Stunde liegen – je länger, desto besser.
Wenn alles trocken ist, nehme ich das Gewicht ab und befestige Band/Kordel.
Manchmal füge ich noch Finishing-Touches hinzu, z. B. Holzperlen oder kleine Schleifen, die ich von Hand mache. Das ist nicht für jeden – also fühl dich frei, deine Anhänger so zu personalisieren, wie es dir gefällt. Wenn du eher visuell lernst, kannst du auch dem Video auf dem OMTech-YouTube-Kanal folgen!
Lasergravur-Basics: weitere Tipps & Tricks
Während dieses Projekts gab es ein paar Hürden. Der ursprüngliche Text ist mir am Ende gebrochen, daher musste ich die Strichstärke erhöhen, um ihn stabiler zu machen. Außerdem hatte ich einige Stellen, an denen das Masking nicht richtig gehalten hat – dadurch gab es verkohlte Bereiche auf meinem weißen Text.
Wenn du ähnliche Probleme mit deinem CO₂-Laser hast, kannst du Folgendes probieren:
- Wenn deine Schrift oder dein Text zu dünn ist und bricht, füge einen Offset hinzu, um ihn etwas zu verstärken.
- Verkohlungen kannst du mit einem Schmutzradierer und etwas Wasser entfernen. Wenn du keinen Schmutzradierer hast, kannst du ein wenig Reinigungsalkohol (Isopropanol) und ein Tuch verwenden.
- Ich habe auch schon Empfehlungen für weißen Essig gesehen. Ich habe das getestet, aber die Gravur wurde dadurch extrem hell.
- Die Gravur variiert je nach Leistungs-/Geschwindigkeitseinstellungen, LPI (Lines per Inch) und Material. Ich finishte und versiegle viele Hölzer, wodurch sie dunkler wirken. Bei dunkleren Hölzern, die du gravieren möchtest, solltest du mit Einstellungen experimentieren, die für dich am besten funktionieren.
- Hinweis: Wenn du zu tief gravierst, kann es sein, dass das Innere der Gravur anfängt zu splittern oder abzublättern – behalte das im Hinterkopf!
Das Endergebnis

Dieser Anhänger ist dafür gedacht, um den oberen Teil einer Weihnachtssocke gewickelt zu werden! Er ist ein süßes Andenken als Ergänzung zu anderen DIY-Geschenken. Weitere Einsatzmöglichkeiten für die Datei sind Christbaumschmuck oder auch Geschenkanhänger. Du kannst sie um den Henkel einer Geschenktüte wickeln – dadurch wirkt das Geschenk noch einzigartiger.
Hoffentlich hast du jetzt mehr darüber gelernt, wie man einen Lasergravierer benutzt. Wenn du nach weiteren Anleitungsartikeln für deinen CO₂-Laser suchst, schau dir gerne auch unsere übrigen „How to Laser Engrave“-Tutorials im OMTech Resource Hub an.
FAQs zur Lasergravur
1. Kann man zu Hause lasergravieren?
Ja, man kann zu Hause lasergravieren. Viele Lasergravurmaschinen sind inzwischen kompakt und für den Heimgebrauch konzipiert. Mit einem guten Belüftungs- oder Abluftsystem ist Lasergravieren zu Hause sicher.
2. Was braucht man zum Lasergravieren?
Zum Lasergravieren brauchst du einen Lasergravierer, einen Computer, Design-Software, Schutzausrüstung und gravierbare Materialien. Außerdem musst du lernen, wie man die Software verwendet, und Sicherheitsrichtlinien befolgen.