10 Lasergravur-Fachbegriffe, die Sie kennen müssen
Eines wird Ihnen sehr schnell klar werden, wenn Sie gerade Ihren ersten Lasergravierer gekauft haben oder planen, in das Lasergravur-Geschäft einzusteigen: In der Branche wimmelt es nur so von technischen Fachbegriffen. DPI, PPI, Vektor, Dithering… am Anfang kann sich das wie eine völlig fremde Sprache anfühlen.

Es ist jedoch entscheidend, nicht nur zu wissen, was diese Begriffe bedeuten, sondern auch, wie sie Ihnen dabei helfen, Ihr Handwerk zu meistern. In Wahrheit beschreiben diese Begriffe Prozesse oder Einstellungen, die Ihnen helfen, Probleme schneller zu lösen, sauberere Gravuren zu erzielen, Materialverschwendung (bei teuren Hölzern wie Eiche oder Nussbaum) zu vermeiden und insgesamt selbstbewusster und effizienter zu arbeiten.
Stellen Sie es sich wie beim Kochen vor. Auch wenn Sie kein Profikoch sind, müssen Sie wissen, was „mittlere Hitze“ bedeutet, wenn Sie konstante Ergebnisse erzielen wollen.
1. DPI (Dots Per Inch)
DPI steht für „Punkte pro Zoll“ und gibt an, wie viele Laserpunkte (oder Pixel) pro Zoll auf das Material graviert werden. Die DPI beeinflussen direkt den Detailgrad Ihrer Gravur und steuern zudem, wie stark sich die einzelnen Laserpunkte überschneiden.
DPI gehört zu den technischen Details, die etwas Übung erfordern, da sie nicht immer intuitiv sind. Sie können nicht einfach pauschal eine hohe DPI wählen; Sie müssen die DPI ganz gezielt auf das Material abstimmen, mit dem Sie arbeiten.
Wenn Sie beispielsweise ein Foto auf Acryl (z. B. Plexiglas®) gravieren, kann eine Erhöhung der DPI das Bild schärfer machen. Ist der Wert jedoch zu hoch, riskieren Sie einen trüben oder „verbrannten“ Look anstelle von klaren Details.
Als Faustregel gilt:
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Holzgravuren sehen oft bei niedrigeren DPI besser aus (dies verhindert übermäßiges Verbrennen/Verkohlen).
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Bei Acryl benötigen Sie moderate DPI für einen sauberen Frosteffekt. Ein zu hoher Wert führt dazu, dass Sie denselben Bereich mehrfach verbrennen, ohne Details zu gewinnen.
Achten Sie besonders auf die DPI, wenn Sie Fotos gravieren, mit Glas oder beschichteten Metallen arbeiten oder die perfekte Balance zwischen Produktionsgeschwindigkeit und Qualität suchen.

2. PPI (Pulses Per Inch)
PPI steht für „Pulse pro Zoll“ und gibt an, wie viele Laserpulse pro Zoll Bewegung abgegeben werden. Dies bestimmt, wie „durchgehend“ oder „verbunden“ der Laserausstoß ist. Es beeinflusst, ob Schnitte glatt oder gepunktet erscheinen und ob eine Gravur gleichmäßig wirkt.
Ein praktischer Weg, PPI zu verstehen: Es ist die Einstellung, die kontrolliert, wie „massiv“ Ihre Laserlinie wird.
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Niedrige PPI erzeugen einen perforierten Effekt (ideal für Faltlinien bei Karton).
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Hohe PPI sorgen für glattere, sauberere Schnitte.
Beim Schneiden von Acryl mit zu niedrigen PPI können raue Kanten entstehen. Für glatte Kanten müssen Sie die PPI erhöhen. Aber Vorsicht: Bei zu hohen PPI besteht die Gefahr von Schmelzrückständen. Meist begegnet Ihnen dieser Begriff beim Schneiden von Materialien wie Holz oder Acryl.
3. Liniendichte (Line Density)
Die Liniendichte beschreibt, wie eng die einzelnen Gravurzeilen beieinander liegen. Sie ist eng mit den DPI verknüpft und steuert, wie „gefüllt“ Ihre Gravur aussieht.
Wenn Ihre Gravur wie eine Serie von parallelen Linien aussieht, anstatt wie eine solide Fläche, ist dies der erste Wert, den Sie anpassen sollten. Wahrscheinlich ist die Liniendichte zu niedrig; eine Erhöhung schließt die Lücken für ein glatteres Finish. Dies ist besonders wichtig bei:
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Gravuren von Logos, gefüllten Texten oder soliden Formen.
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Dem Versuch, sichtbare Scanlinien zu eliminieren.
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Der Anpassung an die Materialreaktion (z. B. weiches Pappel-Sperrholz vs. hartes Eichenholz).
4. Air Assist (Druckluftunterstützung)
Air Assist ist der Luftstrom, der während des Prozesses direkt auf den Laserpunkt gerichtet wird. Die zwei Hauptaufgaben sind: Rückstände wegzublasen (damit sie nicht haften bleiben) und die Brandgefahr sowie Schmauchspuren zu reduzieren.
In deutschen Werkstätten ist der Air Assist ein entscheidender Faktor für die Endqualität. Wenn Ihre Gravuren schmutzig oder verbrannt aussehen, liegt das oft an fehlendem Luftstrom.
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Bei Holz minimiert Air Assist die Verkohlung und Schmauchspuren.
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Bei Acryl hilft es, Rückstände auf der Oberfläche zu reduzieren.
Holz ohne Air Assist zu gravieren, hinterlässt oft hässliche Rußränder. Schalten Sie ihn ein, und Ihre Arbeit sieht sofort sauberer aus. Es ist eines der einfachsten Upgrades für bessere Ergebnisse.
5. Dithering (Rastern)
Dithering ist eine Technik, bei der Punktmuster verwendet werden, um Schattierungen in Bildern zu simulieren. Da ein Laser im Grunde nur zwei Zustände kennt (an oder aus), ist Dithering für Fotos oder Graustufenbilder unerlässlich. Es lässt ein flaches Bild so aussehen, als hätte es Tiefe.
Dies ist entscheidend für Porträtgravuren: Es bestimmt, wie weich die Verläufe wirken. Verschiedene Muster (wie Jarvis oder Floyd-Steinberg) können das Endergebnis dramatisch verändern. Das Beherrschen von Dithering ist Pflicht, wenn Sie Fotogravuren anbieten möchten.
6. Punktdauer (Dot Duration)
Die Punktdauer gibt an, wie lange der Laser bei jedem einzelnen Punkt verweilt. Sie steuert auf Mikroebene, wie tief und dunkel die Gravur wird.
Anstatt einfach nur die Leistung (Power) hochzudrehen (was oft zu unsauberen Rändern führt), können Sie durch die Anpassung der Punktdauer subtile Verbesserungen erzielen. So ändern Sie die Energie pro Punkt, ohne die Gesamtgeschwindigkeit oder Leistung massiv verändern zu müssen. Ideal für:
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Das Finetuning von Fotogravuren.
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Die Anpassung der Dunkelheit bei empfindlichen Materialien ohne Verbrennungsgefahr.
7. Vektor (Vector)
In der Welt des Lasers bezieht sich „Vektor“ auf einen Dateityp oder eine Methode, die auf Pfaden (Linien und Kurven) basiert, statt auf Pixeln. Laserschneiden und saubere Linienzeichnungen werden immer im Vektorformat ausgeführt. Die Pfade sagen dem Laser exakt und präzise, wohin er fahren soll.
Vektoren nutzt man für:
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Das Ausschneiden von Formen (z. B. aus 3 mm Multiplex oder 5 mm Plexiglas®).
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Das Gravieren von scharfen Umrissen oder Textkonturen.
Wenn Sie messerscharfe Kanten wollen, nutzen Sie Vektoren. Raster (Pixelgrafiken) werden für Umrisse niemals dieselbe Präzision erreichen. Logos sollten daher fast immer als Vektoren vorliegen.
8. Rastergravur
„Raster“ bedeutet, dass der Laser das Bild Zeile für Zeile abarbeitet, ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker. Während Rastergravur meist langsamer ist als Vektorgravur, ist sie die beste Wahl für hohe Detailtiefe und gefüllte Flächen.
Sie wählen den Rastermodus für Fotos, gefüllte Grafiken oder komplexe Designs. Wenn Sie ein Foto auf Multiplex gravieren, arbeiten Sie im Rastermodus. Die meisten Projekte sind eine Mischung: Raster für die Flächen und Bilder, Vektor für die präzisen Umrisse und den finalen Zuschnitt.
9. Leistung (Power %)
Die Leistung beschreibt die Intensität des Laserausstoßes. Sie bestimmt maßgeblich, wie tief oder dunkel eine Gravur wird.
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Zu viel Leistung bei Acryl führt zu Schmelzen oder Trübung.
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Zu wenig Leistung hinterlässt unter Umständen gar keine Markierung auf der Oberfläche.
Die benötigte Leistung hängt stark vom Lasertyp (CO2, Diode, Faser) und dem Anwendungsbereich ab.
Typische Laserleistung für verschiedene Gerätetypen
| Lasertyp | Typischer Leistungsbereich | Hauptanwendung |
| Diode | 5W – 60W | Hobby, leichte Gravuren & Schnitte |
| CO2 | 40W – 150W+ | Holz, Acryl, allgemeine Werbetechnik |
| Faser (Fiber) | 20W – 150W+ | Metallgravur & Markierung |
| UV | 3W – 10W | Hochpräzise Markierung empfindlicher Materialien |
10. Geschwindigkeit (Speed)
Die Geschwindigkeit gibt an, wie schnell sich der Laserkopf bewegt. Zusammen mit der Leistung ist sie die wichtigste Einstellung, da sie die Verweilzeit des Strahls auf dem Material (und damit die Tiefe) bestimmt.
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Niedrige Geschwindigkeit = tiefere Gravur (längere Einwirkzeit).
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Hohe Geschwindigkeit = hellere Gravur (kürzere Einwirkzeit).
Ist eine Gravur zu dunkel, kann eine Erhöhung der Geschwindigkeit oft helfen, das Ergebnis aufzuhellen, ohne die Leistungswerte ändern zu müssen.
Kurzreferenz: Lasergravur Glossar
| Begriff | Bedeutung | Warum es wichtig ist |
| DPI | Punkte pro Zoll | Steuert Details und Auflösung. |
| PPI | Pulse pro Zoll | Kontrolliert die Kantenqualität beim Schnitt. |
| Liniendichte | Zeilenabstand | Beeinflusst die Füllqualität und Glätte. |
| Air Assist | Luftunterstützung | Reduziert Ruß, Schmauch und Brandgefahr. |
| Dithering | Bildrasterung | Essenziell für realistische Fotogravuren. |
| Punktdauer | Zeit pro Laserpunkt | Steuert Tiefe und Dunkelheit im Detail. |
| Vektor | Pfadbasierte Datei | Für saubere Linien und präzise Schnitte. |
| Raster | Zeilenweise Gravur | Für Fotos und gefüllte Grafiken. |
| Leistung | Intensität des Strahls | Bestimmt die Tiefe und Materialreaktion. |
| Geschwindigkeit | Verfahrgeschwindigkeit | Findet die Balance zwischen Zeit und Tiefe. |
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Fazit
Beim Lernen dieser Begriffe geht es nicht um bloßes Auswendiglernen; es geht darum zu verstehen, wie sich Ihre Maschine verhält. Sobald Sie sich damit sicher fühlen, passiert etwas: Sie hören auf zu raten und fangen an, Einstellungen gezielt anzupassen. Ihre Ergebnisse werden konsistent.
Dann fühlt sich Lasergravur nicht mehr wie „Trial-and-Error“ an, sondern wie ein Handwerk, das Sie wirklich beherrschen. Diese Begriffe sind das Fundament – wenn Sie diese kennen, wird alles andere einfacher.